Klassentreffen der besonderen Art
Noch nie stand ich vor einem so jungen und neugierigen Publikum :-)
Meine Geschichte wurde in der Kanti Limmattal zum Unterrichtsstoff. Und so kam es für mich zu einem ganz besonderen Treffen.
Flashback. Es war im März. Ich fischte ein grosses Kuvert aus meinem Briefkasten. Steuer? Werbung? Es waren Schülerinnen und Schüler der Kanti Limmattal, die mir Post geschickt hatten. Über 40 Briefe waren im Kouvert. Sie hatten ihre Gedanken zu meiner Geschichte aufgeschrieben. Gemeinsam mit ihrem Lehrer, Lars Roelli, beschlossen sie: Jetzt schicken wir unsere Gedanken nach Silvaplana.
Im Klassenzimmer. Und so stand ich in am 27. Juni in einem Klassenzimmer der Kanti Limmattal in Urdorf. Vor mir: knapp 100 Gymi-Schülerinnen und –Schüler, kaum älter als 14 Jahre. Sie waren neugierig. Ich war aufgeregt. Noch nie hatte ich so jungen Menschen meine Geschichte erzählt. Was bedeutete das für sie? Sie hatten sich im Fachbereich Religionen, Kulturen und Ethik mit der Katastrophe von Crans-Montana auseinandergesetzt. So waren sie auf mein Schicksal aufmerksam geworden.
Fragen über Fragen. Die Offenheit, mit der mich die Schülerinnen und Schüler fragten, bewegt. Es ging um mein Aussehen, um das, was in meiner „neuen“ Haut nicht mehr möglich ist, um meine Musikvorlieben, um meinen Beziehungsstatus, um meine Scham … um meinen Mut. Direkt, ehrlich und aufmerksam – als ob es das Selbstverständlichste ist. Das hat mich tief beeindruckt.
Danke. Nochmals herzlichen Dank an Lars Roelli, dass ein solches Thema seinen Platz im Unterricht gefunden hat. Gemeinsam haben wir den Nachmittag so gestaltet, dass die Schülerinnen und Schüler aktiv mitwirken konnten. „Ressourcen fürs Leben aufbauen“ – so fasste Lars unsere Begegnung zusammen. Aus meiner Story wurde ein Dialog, und auch ich hatte die Gelegenheit, dabei wertvolle Ressourcen aufzubauen.

